Blitzer ohne Blitz ?

Autofahrer, die ihre Geschwindigkeit überprüften, wenn es beim Vordermann geblitzt hat müssen sich nun umstellen. Denn neuerdings erkennt man Geschwindigkeitskontrollen nicht mehr am üblichen roten Blitz

Neue Geräte blitzen ohne sichtbares Blitzlicht. Deshalb werden sie „Schwarz-Blitzer“ genannt.

Das Geheimnis des neuen Autofahrer-Schrecks ist die Digitaltechnik. Sie kommt mit weniger Licht aus. Der sonst grelle Blitz für das Auge des Kraftfahrers wird tagsüber überhaupt nicht mehr gebraucht, abends wird er nahezu unsichtbar abgefiltert.
Teilweise wird sich auch die Tatsache zunutze gemacht, dass Digitalkameras infrarotempfindlich sind. Diese Blitze kann man nicht mehr mit dem Auge wahrnehmen .

Die offizielle Begründung für die Umstellung ist der Wegfall einer möglichen Gefährdung, da der schnelle Autofahrer durch den nicht sichtbaren Blitz nicht mehr erschreckt werden kann.
Daneben gibt es noch einen zweiten Punkt, der den Überwachungsbehörden nicht ungelegen kommt, – ein Schalk wer Böses dabei denkt -, andere Autofahrer sehen nicht schon von weitem, dass ein betriebsbereiter Blitzer lauert.

Nach den einschlägigen Richtlinien zur Geschwindigkeitsüberwachung soll u. A. an Unfallbrennpunkten geblitzt werden. Grundsätzlich soll der Sünder angehalten werden und ein aufklärendes Gespräch geführt werden. Eigentlich sollte im Vordergrund die Verkehrserziehung stehen und nicht das Bußgeld. Die Zahl der „automatischen“ Blitzer ohne den Sünder anzuhalten nimmt aber immer mehr zu. Bei Radarmessungen ohne den Fahrer gleich anzuhalten geht der pädagogische und präventive Aspekt verloren. Doch mit den Kontrollen ohne Anhalten lassen sich offensichtlich weit mehr Geldbußen generieren als bei einer Lasermessung.

Der beste Schutz ist immer noch das Einhalten der vorgeschriebenen Höchstgeschwindigkeit.

Doch in meiner langjährigen Praxis habe ich oft erlebt, dass Bußgeldbescheide fehlerhaft sind und somit ungültig sein können.

Deshalb ist es immer ratsam einen Anhörbogen oder ein Bußgeldbescheid genau zu prüfen, auch wenn sie auf den ersten Blick „richtig“ aussehen. Holen Sie sich im Zweifel Rat bei einem Anwalt der auf Verkehrsrecht spezialisiert ist. Eine bestehende Verkehrsrechtsschutzversicherung übernimmt in diesen Fällen die Kosten.

Rechtsanwalt Ronald Wiener Magdeburg
Fachanwalt für Verkehrsrecht

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